CMD - Bildgebung

Weiter


Röntgen bei CMD

Will man bei der CMD bildgebende Verfahren bemühen, so entscheidet darüber nicht deren technische Machbarkeit, sondern, inwieweit dadurch klinische Entscheidungen ermöglicht werden. Die Bildgebung ohne ionisierende Strahlen (MKG) ist dabei zu aufwändig, um als Screening in Frage zu kommen, während die Anwendung von Röntgenstrahlen im Einzelfall im diagnostischen Vorteil begründet sein muss, der dadurch erzielbar ist. Hinzu kommt, dass, wie bereits beschrieben,  die CMD meist in Strukturen beheimatet ist, die sich der Bildgebung entziehen und die Kiefergelenke selbst in der Regel eher eine sekundäre Rolle spielen, in der bestenfalls Auswirkungen zum Vorschein kommen, weniger häufig hingegen Ursachen.

Eine weitere Problematik ist die spezifische Auswertung solcher Bildgebungen. MKG-Geräte haben den großen Vorzug, auch Weichgewebe abbilden zu können, aber sie stellen einen derart hohen Kostenfaktor dar, dass sie nur in radiologischen Fachpraxen zum Einsatz kommen. Wenn sich jedoch nicht einmal CMD-Spezialisten darüber einig sind, was die CMD wirklich genau ist und wie sie sich von der gesunden Funktion abgrenzt, wie soll da ein Radiologe spezifische Fragestellungen beantworten können? Er muss allen Gelenken und Strukturen im Körper die gleiche Aufmerksamkeit schenken, wie soll er sich da in ein solches Spezialgebiet einarbeiten und wer soll ihm diese Fachkenntnis vermitteln, wenn selbst Dozenten untereinander uneins sind? Die Auswertung durch den Radiologen bleibt daher notgedrungen auf allgemeine Bewertungen der Struktur begrenzt. Daraus erwächst die Motivation für die Fachpraxis, gewisse bildgebende Maßnahmen in eigener Regie durchzuführen, denn der spezialisierte Behandler weiß selbst am besten, welche Fragestellungen er dadurch zu klären sucht.

PSA: Der Umstieg auf digital

Bei einem digitalen Panorama-Röntgengerät bewegt man sich in etwa der gleichen Preiskategorie, wie beim Kauf eines Neuwagens. Hier hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf, denn vor einem Autokauf kann man sich umfassend informieren. Es gibt  Fachzeitschriften mit ausführlichen Tests, Autoclubs, Foren im Internet, wo sich Fahrer austauschen etc. Beim Kauf eines Röntgengerätes hat man lediglich die Produktbeschreibung der Hersteller. Detaillierte Informationen und handfeste Erfahrungen zu finden, ist schwierig und ich hoffe, mit diesem Blog Kollegen, die vor der gleichen Entscheidung stehen, etwas behilflich sein zu können. 

Panorama-Schichtaufnahmen (PSA) wurden in meiner Praxis mit einer altgediente SS White Panorex Maschine erstellt. Der Umlauf erfolgte in 2 getrennten Kreissegmenten, zwischen denen der Sessel, auf dem der Patient während der Aufnahme saß, zur Seite bewegt wurde. Auf diese Weise wurde der Schatten der HWS auf den Frontzähnen vermieden, aber es entstand ein unbelichteter Streifen in der Front zwischen der linken und rechten Hälfte der Aufnahme, denn der Strahler wurde abgeschaltet, während sich der Sessel bewegte. Die Filmkassette wurde hinter der Schlitzblende mit einem Drahtseilzug bewegt und die Geschwindigkeit, mit der dies erfolgte, ließ sich durch das Auflegen des Drahtseiles auf unterschiedlich große Durchmesser einer Exzenter-Umlenkrolle entsprechend der Kiefergröße einstellen. Auch so weit reicht die Analogie zum Auto noch: Früher konnte jeder Interessierte die Technik relativ leicht begreifen! 


© Rainer Schöttl 2017          Kommentieren mit IntenseDebate          Impressum          Datenschutz